Am selben Tag wie die Eizellentnahme wird eine Samenprobe durch Masturbation gewonnen. Wenn der männliche Partner nicht ejakulieren kann oder keine Spermien in seinem Samen hat, kann eine kleine Operation durchgeführt werden, um Spermien direkt aus den Hoden zu gewinnen.

IVF ist ein komplexer Prozess, bei dem viele Fruchtbarkeitsverfahren bei jedem Schritt des Empfängnisprozesses zur Anwendung kommen. Das entscheidende Merkmal der IVF ist, dass die Eizelle außerhalb des Körpers in einem Labor befruchtet wird, im Gegensatz zur IUI (intrauterinen Insemination), wo die Befruchtung innerhalb des Körpers stattfindet. Durch die Schritte der IVF werden noch mehr Barrieren beseitigt, die Spermien daran hindern können, die Eizelle zu erreichen, und Ihr Arzt/ Ihre Ärztin hat mehr Kontrolle über jede Phase des Prozesses.
Wenn Sie bereits seit langem versuchen, schwanger zu werden, und andere Kinderwunschbehandlungen nicht funktioniert haben oder aufgrund Ihrer Erkrankung oder der Ihres Partners nicht geeignet sind, könnte die IVF eine wirksame Möglichkeit sein, um Sie dabei zu unterstützen, Ihren Traum von der eigenen Elternschaft zu erfüllen. Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob IVF die richtige Behandlung für Sie ist.
Schritt 1
Damit die Eierstöcke für die Fruchtbarkeitshormone empfänglicher sind, die zur Stimulation der Eierstöcke verwendet werden, wird Ihr Menstruationszyklus durch Hormonspritzen gesteuert, die Sie sich täglich zu Hause verabreichen.
Dies wird als Downregulation bezeichnet, und das Ziel besteht darin, die Eierstöcke für kurze Zeit zu „inaktivieren“. An welchem Tag Ihres Zyklus Sie mit diesem Schritt beginnen und wie lange Sie das Medikament anwenden, richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll, das Sie mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin festlegen. Dies kann in der ersten Phase der Behandlung stattfinden oder parallel zu Schritt 2 erfolgen – der Stimulation Ihrer Eierstöcke.
Es können Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen auftreten, die sich nach absetzten der Hormone jedoch bessern.
Schritt 2
In diesem Schritt verabreichen Sie sich täglich Hormoninjektionen, um die Eierstöcke zur Bildung und Reifung mehrerer Eizellen anzuregen.
Dazu stehen verschiedene Hormone zur Verfügung: follikelstimulierendes Hormon (FSH), luteinisierendes Hormon (LH) und humanes Menopausengonadotropin (hMG).
Sich selbst Spritzen zu setzen, kann beängstigend wirken, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise die Hilfe von Freunden oder Familie in Anspruch zu nehmen. Außerdem werden Sie darin geschult, wie die Hormone korrekt injiziert werden. Erfahren Sie mehr darüber, was Sie von diesem Verfahren erwarten können.
Bei Ihnen werden regelmäßig Ultraschalluntersuchungen und/oder Bluttests durchgeführt, um die Anzahl und Größe Ihrer Follikel Kleine Säckchen mit Flüssigkeit in den Eierstöcken, die eine sich entwickelnde Eizelle enthalten.zu überwachen. Die Dosis der Hormone, die Ihnen verschrieben wurde, kann sich in Abhängigkeit von diesen Ergebnissen ändern. Ihr Arzt/ Ihre Ärztin möchte erreichen, dass mindestens Follikel mit einem Durchmesser von Millimetern vorhanden sind, bevor Ihre Eizellen entnommen werden.
Es ist normal, dass Sie in dieser Phase emotionaler als normalerweise sein könnten und ein Spannungsgefühl in der Brust, Blähungen und Übelkeit verspüren.
Schritt 3
Wenn Ihre Eizellen die gewünschte Größe haben, verabreichen Sie sich eine Hormonspritze, die Ihre Eierstöcke dazu veranlasst, die Eizellen vollständig reifen zu lassen, damit sie für die Entnahme bereit sind. Die Injektion ersetzt Ihre körpereigenen Hormone, die in den vorherigen Schritten unterdrückt wurden. Ihr Arzt/ Ihre Ärztin entscheidet, welches Auslösemedikament für Sie am besten geeignet ist.
Sie erhalten eine Narkose, während Ihre Eizellen mittels einer Ultraschallaspiration über die Scheide entnommen werden. Bei diesem schnellen Verfahren mit einer Ultraschallsonde wird eine dünne Nadel, die mit einer Absaugvorrichtung verbunden ist, durch die Scheidenwand in die Follikel Kleine Säckchen mit Flüssigkeit in den Eierstöcken, die eine sich entwickelnde Eizelle enthalteneingeführt und die Eizellen werden entnommen.
Je nach Anzahl der entnommenen Eizellen und Ihren Zukunftsplänen können Sie mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin über das Einfrieren von Eizellen sprechen.
Nach dem Eingriff können einige Tage lang Bauchschmerzen/Unbehagen auftreten. Am nächsten Tag sollten Sie sich ausruhen, um sich von eventuellen Schmerzen oder Müdigkeit zu erholen.
Schritt 4
Ein Embryologe bereitet die Spermien und Eizellen auf und bringt sie im Labor zusammen.
Die Eizellen werden in der Spermaprobe platziert (konventionelle In-vitro-Fertilisation) oder einzeln durch intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) befruchtet.
Der Embryologe prüft dann, ob die Eizellen erfolgreich befruchtet wurden. Diese befruchteten Eizellen werden Zygoten genannt und teilen sich, woraus sich Embryonen entwickeln. Der Embryo oder die Embryonen werden in einem Inkubator, der die natürlichen Bedingungen der Gebärmutter nachbildet, genährt und entwickelt. Der Embryo oder die Embryonen werden während des Wachstums 2 bis 6 Tage lang überwacht.
Schritt 5
Der Embryotransfer erfolgt in der Regel an Tag 2, 3 oder 5 der Entwicklung. Der Embryologe wird den oder die besten Embryonen für den Transfer in Ihre Gebärmutter bestimmen. Ihr Arzt/Embryologe entscheidet zusammen mit Ihnen auf der Grundlage Ihrer Einschätzung, Ihres Alters, Ihrer Krankengeschichte und der Bestimmungen in Ihrem Land, wie viele Embryonen übertragen werden sollen. In Europa wird bei den meisten Transfers nur ein Embryo in die Gebärmutter eingebracht. Informieren Sie sich über die Risiken des Transfers mehrerer Embryonen.
In verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Regulierungen für die Anzahl der Embryonen, die in einem IVF-Zyklus entwickelt und übertragen werden können. So schreibt das deutsche Embryonenschutzgesetz vor, dass pro IVF-Zyklus nicht mehr als drei Embryonen erzeugt werden dürfen und alle erzeugten Embryonen in diesem Zyklus in die Gebärmutter übertragen werden müssen. Bitte holen Sie ärztliche Informationen über die für Sie geltenden Gesetze ein.
Der Embryotransfer ist ein einfacher Eingriff und erfordert keine Sedierung.
- Der Arzt führt ein Spekulum in die Vagina ein, um die Scheidenwände zu entfalten
- Eine Spritze, die den Embryo enthält, wird dann an einen Katheter angeschlossen, der durch die Scheide in den Gebärmutterhals eingeführt wird.
- Der Embryo wird sanft in die Gebärmutter eingesetzt.
Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten, und Sie können sofort wieder Ihrem Alltag nachgehen.
Schritt 6
Um das Einnisten des Embryos zu unterstützen, wird während der Lutealphase das Hormon Progesteron entweder als Injektion, Tablette, Kapsel oder Gel in die Scheide eingeführt.
Progesteron trägt dazu bei, die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zu verdicken, damit sich der Embryo einnisten und wachsen kann.
Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird entscheiden, wann Ihnen nach der Eizellentnahme Progesteron verabreicht werden soll, um die Gebärmutter auf die nächsten Schritte vorzubereiten.
- Step 1
- Step 2
- Step 3
- Step 4
- Step 5
- Step 6
Genetische Präimplantationsdiagnostik auf monogenetische Erkrankungen (PGT-M) und genetische Präimplantationsdiagnostik auf strukturelle Chromosomenanomalien (PGT-SR)
Beachten Sie, dass in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bestimmungen für PGT-M und PGT-SR gelten. In einigen Ländern können sie gängige Praxis sein, in anderen kann es Einschränkungen geben. Nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz dürfen Embryonen beispielsweise nur dann getestet werden, wenn die Frau, der Mann oder beide eine genetische Veranlagung aufweisen, die darauf schließen lässt, dass ihr Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere genetische Erkrankung haben wird, oder um eine Anomalie festzustellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin nach den gesetzlichen Bestimmungen in Ihrem Land.
Bei manchen Menschen besteht das Risiko, ein Kind mit einer genetischen Störung zu bekommen, beispielsweise wenn in der Familienvorgeschichte eine schwere genetische Erkrankung vorkommt oder in der Vergangenheit wiederholt Fehlgeburten aufgrund von Chromosomenanomalien aufgetreten sind. PGT-M und PGT-SR sind Methoden, die von Ihrem Arzt empfohlen werden können, um einige Zellen Ihrer Embryonen auf genetische oder chromosomale Anomalien zu untersuchen, bevor sie in Ihre Gebärmutter eingesetzt werden.
Bei der PGT-M werden die Gene oder Chromosomen Ihrer Embryonen auf eine bestimmte genetische Erkrankung untersucht. Diese Untersuchung kann vorgenommen werden, wenn in Ihrer Familie eine schwere Erbkrankheit vorkommt.
Bei der PGT-SR wird auf Anomalien in der Struktur der Chromosomen Ihrer Embryonen untersucht. Diese Untersuchung kann vorgenommen werden, wenn Sie eine bekannte strukturelle Chromosomenanomalie aufweisen oder mehrere Fehlgeburten aufgrund von Chromosomenanomalien erlitten haben.
Wenn Sie eine PGT-M oder PGT-SR benötigen, müssen Sie sich einer IVF (In-vitro-Fertilisation) unterziehen, auch wenn Sie keine Fruchtbarkeitsstörungen haben, da Ihre Embryonen in einem Labor getestet werden müssen.
Genetische Präimplantationsdiagnostik auf Aneuploidie (PGT-A)
PGT-A bedeutet, dass Embryonen vor dem Transfer in die Gebärmutter auf Anomalien der Chromosomenzahl untersucht werden können. Wenn ein Embryo eine abnorme Anzahl an Chromosomen (genannt Aneuploidie) aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass er sich zu einem Baby entwickelt. Es besteht auch ein geringes Risiko, dass in dem Fall ein Baby mit einer genetischen Erkrankung geboren wird.
Bei der Untersuchung auf mögliche Chromosomenanomalien entnimmt der Embryologe einem Embryo vorsichtig eine oder mehrere Zellen. Der Embryo wird sich auch mit weniger Zellen normal entwickeln.
Bei der PGT-A handelt es sich um ein invasives Verfahren bei Embryonen, das den geltenden lokalen Gesetzen unterliegt und daher in einigen Ländern stark eingeschränkt sein kann. So erlaubt das deutsche Embryonenschutzgesetz die Untersuchung von Embryonen nur dann, wenn die Frau, der Mann oder beide eine genetische Veranlagung haben, die vermuten lässt, dass das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere genetische Erkrankung haben wird, oder um eine Anomalie festzustellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führt.
Genetische Präimplantationsdiagnostik kann nur in Zentren durchgeführt werden, die nach den geltenden örtlichen Normen für genetische Präimplantationsdiagnostik zugelassen sind. Hierzu muss eine interdisziplinäre Ethikkommission ihre Zustimmung erteilt haben und die Untersuchungen müssen dem allgemein anerkannten und neuesten Stand der Wissenschaft und Technologie entsprechen.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin nach den gesetzlichen Bestimmungen und verfügbaren Möglichkeiten in Ihrem Land.
Verfahren genetischer Präimplantationstests
Informieren Sie sich hier über die mit IVF verbundenen Risiken.
IVF - in-vitro Fertilisation
DE-NONF-00505 August 2024